Ethik Codex

Ethik-Codex Hypnose Palacios sowie VSH

Hypnose Palacios verfolgt einen strikten Methoden-Ethik-Codex, analog zum Verband Schweizer Hypnosetherapeut:innen VSH. Folgende 12 Aspekte fallen für Hypnose Palacios unter methodisch ethische, resp. unethische Arbeitsweisen. 

 

Hypnose Palacios Methoden-Ethik
(zusätzlich zum VSHMrg., siehe unten)

Hypnoanalytik

Ethisch: Die Klient/innen bestimmen selbst (resp. in Rücksprache mit der konventionellen Grund-/Psychotherapie) ob sie mit ihrer prägenden Vergangenheit, insbesondere mit der Kindheit, arbeiten wollen (vgl. Lösungstrance der Klient/innen).

Unethisch: Mit der prägenden Vergangenheit der Klient/innen zu arbeiten, obschon diese dies nicht explizit gewünscht haben.

Meist enttarnende Aussagen: «Sie müssen Ihre Vergangenheit aufarbeiten!»

Multifaktorielle Basis

Ethisch: Das Anliegen der Klient/innen wird als ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren (m.u. Entwicklungsfaktoren) ersehen (Komplexität) und lediglich in offensichtlichen Fällen monokausal (vgl. Trauma Typ 1) beurteilt.

Unethisch: Es wird behauptet, dass das Anliegen der Klientin/des Klienten stets einer einzigen Ursache entspringt und somit alle Probleme dieser Welt monokausaler statt multifaktorieller Ursache seien.

Meist enttarnende Aussagen: «Wir müssen den Ursprung Ihres Problems finden!»

Nicht früheste Prägung

Ethisch: Therapeut/innen geben nicht zu verstehen, dass immer das erste Mal, als Angst oder Hilflosigkeit verspürt wurde, die intensivste Prägung gewesen sein muss.

Unethisch: Es wird behauptet, dass für das Therapieren eines Anliegens stets die allererste Prägung gefunden werden muss, die meist komplett außerhalb des Kontextes des Anliegens liegt oder einem induzierten Gedächtnis entsprechen kann.

Meist enttarnende Aussagen: «Wir müssen herausfinden, wann Sie zum allerersten Mal Angst empfunden haben. Das ist der Ursprung Ihres Anliegens!»

Keine Interpretation

Ethisch: Therapeut/innen geben keine subjektiven Interpretationen von Krankheitsbildern oder dergleichen ab.

Unethisch: Probleme und Krankheitsbilder werden seitens Therapeut/in subjektiv (= persönlich) interpretiert.

Meist enttarnende Aussagen: «Dass Sie eine Mittelohrenentzündung haben, bedeutet, dass Sie etwas Bestimmtes nicht hören möchten!»

Eigenressource

Ethisch: Therapeut/innen verweisen ihre Klient/innen darauf, dass diese lernen sich mit eigenen Ressourcen zu helfen.

Unethisch: Therapeut/innen behaupten, sie könnten den Klienten retten und machen sich somit zur Ressource.

Meist enttarnende Aussagen: «Ich weiß genau, wie ich Ihr Problem lösen werde!»

Klientenzentrierung

Ethisch: Im Mittelpunkt stehen die Klienten und vorerst ihre eigenen Lösungsideen sowie -ansätze.

Unethisch: Wenn die/der Therapeut/in behauptet, mehr über ihre/n Klientin/Klienten und deren/dessen Umfeld zu wissen, als diese/r selbst von sich weiß (meist in Verbindung mit vermeintlicher Hellsichtigkeit = Egozentrismus).

Meist enttarnende Aussagen: «Ich weiß, welches dein wahrhaftes Problem ist.»

Neutralität

Ethisch: Die Therapeut/innen bleiben in Hinblick auf Religion, Politik sowie subjektiven Meinungen des Klienten neutral, vor allem solange diese keine maßgebliche Grenze (Illegalität) überschreiten.

Unethisch: Die/der Therapeut/in lässt subjektive, religiöse oder politische Meinungen in die Therapie miteinfliessen.

Meist enttarnende Aussagen: «Dies [X] ist die einzige Wahrheit.»

Unabhängigkeit

Ethisch: Die Klient/innen entscheiden eigenmächtig, ob sie zu einer Folgesitzung kommen möchten (abhängig vom Prozess der Klient/innen).

Unethisch: Therapeut/innen verpflichten ihre Klienten zu Folgesitzungen (Klientenbindung).

Meist enttarnende Aussagen: «Sie brauchen [X] Behandlungen.»

keine langen Sitzungen

Ethisch: Hypnosetherapie-Sitzungen sollten ihren Schwerpunkt auf ein zeitliches Sitzungsziel von 60 – 90 Minuten haben. Bei Erstsitzungen können durch längere Vorgespräche auch zweistündige Sitzungen plausibel sein – solange dies jedoch dem eigenen Willen der Klient/innen entspringt und die voraussichtliche Dauer der Sitzung vorab besprochen wurde. Sitzungen von 3 Stunden Dauer und mehr sind meist unnötig/nicht zielführend da überfordernd.

Unethisch: Hypnosetherapie-Sitzungen dauern unverhältnismäßig lange, ohne Rücksprache mit den Klienten. Es ist Ungeübten nicht möglich, über z.B. 3h in hypnotischer Trance zu verweilen.

Meist enttarnende Aussagen: «Unsere Sitzung wird mindestens 3h dauern.»

Komplementärmedizin

Ethisch: Hypnosetherapeut/innen ohne psychotherapeutische Ausbildung arbeiten stets ausschließlich mit einer komplementärmedizinischen Grundhaltung.

Unethisch: Die/der Therapeut/in insinuiert, dass eine Pathologie alleine mittels Hypnosetherapie gelöst werden könne.

Meist enttarnende Aussagen: «Wir sind besser als die Schulmedizin.»

Heil- & Garantieversprechen

Ethisch: Die Therapeut/innen geben weder Heil- noch Garantieversprechen ab. Weder direkt noch indirekt.

Unethisch: Therapeut/innen machen Garantie- oder Heilversprechen.

Meist enttarnende Aussagen: «Für Ihr Anliegen genügen in der Regel drei Sitzungen.»

Keine Katharsis

Ethisch: In der Arbeit mit Klient/innen wird stets angestrebt, negativ konnotierte Reize und Kontexte möglichst ohne kathartische Tendenzen positiv umzubewerten.

Unethisch: Die/der Hypnosetherapeut/in erweckt den Eindruck, als wäre es wichtig, den schon mal erlebten Schmerz nochmals tief wahrnehmen zu müssen (Katharsis).

Meist enttarnende Aussagen: «Sie müssen nochmals durch den Schmerz, um das endlich überwinden zu können.»

 

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